Fußpflege

Ein eingewachsener Nagel entsteht, wenn der Nagelrand in das seitliche Gewebe drückt und dort Schmerzen, Rötung oder Entzündung verursacht. Die häufigsten Auslöser sind zu enges Schuhwerk, das den Nagel seitlich zusammendrückt, falsche Schneidetechnik (zu kurz oder rund geschnitten statt gerade) und eine genetisch bedingte Nagelform, die zum Einwachsen neigt. Manchmal spielen alle drei Faktoren zusammen — dann hilft Vorsicht beim Schneiden allein nicht mehr.
Wenn der Nagel erst leicht eingewachsen ist und noch keine Entzündung vorliegt, kann ein tägliches Salzwasserbad (1 TL Salz auf 1 L warmes Wasser, 10 Minuten) die Haut aufweichen und den Druck lindern. Danach den Nagelrand vorsichtig von der Haut weghälten — aber nicht selbst schneiden oder in den Nagel schneiden. Bei Unsicherheit lieber früh einen Termin machen, bevor eine Entzündung entsteht.
Sobald der Nagel tiefer eingewachsen ist, Schmerzen beim Gehen verursacht oder sich bereits entzündet hat, ist eine Nagelspange der effektivere Weg. Die Spange wird über den Nagel gespannt und zieht den Nagelrand sanft nach oben — ohne Schnitt, ohne Narkose. Wir setzen die Systeme 3TO, Podofix und Combiped ein, je nach Nagelform und Schweregrad. Die Korrektur dauert je nach System einige Wochen bis Monate; in dieser Zeit weare die meisten Patienten die Spange problemlos im Alltag und im Schuh.
Selbst in den Nagel schneiden, um den eingewachsenen Teil zu entfernen, verschlimmert das Problem in den meisten Fällen. Es entsteht ein scharfer Nagelrest, der tiefer einwächst als zuvor. Auch Watteunterlagen unter den Nagelrand — ein weit verbreiteter Tipp — sind nur eine kurzfristige Erleichterung und keine Lösung. Bei aktiver Entzündung oder Eiterbildung bitte nicht zuwarten — das ist ein Termin, der nicht bis zum nächsten Routinetermin warten sollte.
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